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Malteser Rietberg

Der Heiligen so nah

Über 600 Menschen pilgern mit den Maltesern nach Paderborn

16.09.2018
Pontifikalamt mit Weihbischof Hubert Berenbrinker im vollbesetzten Dom. Foto: Thomas Throenle.
Gruppenfoto vor dem Paradiesportal des Paderborner Doms. Rechts im Bild die Sanitätsstation der Malteser. Foto: Frank Kaiser
Eine große Prozession zieht singend und betend von Schützenschof quer durch Paderborn bis zum Dom. Foto: Eike Breustedt
Würdevoll eskortiert eine Malteser Motorradstaffel das Transportfahrzeug mit dem Reliquienschrein vom Paderborner Domplatz aus nach Werl. Hunderte Menschen stehen Spalier und sagen: „Auf Wiedersehen, Bernadette!“ Foto: Eike Breustedt.
Christian Weidlich aus Paderborn, Leiter Sanitätsdienst am Wallfahrtstag, gemeinsam mit Pilgerin Maria Weritz aus Etteln. Foto: Frank Kaiser

Paderborn. Am Sonntag pilgerten über 600 Menschen mit Krankheiten und in Behinderung aus der Erzdiözese Paderborn gemeinsam mit den Maltesern zu den Reliquien der Heiligen Bernadette nach Paderborn. Für rund 200 von ihnen ist es ein Gegenbesuch, denn sie waren schon selbst in Lourdes. »Ein ‘kleines Lourdes’ ereignet sich heute hier in Paderborn«, sagt denn auch Weihbischof Hubert Berenbrinker beim Pontifikalamt zur Diözesanwallfahrt der Malteser im voll besetzten Dom. »Ich bin gewiss, wie die Wallfahrten nach Lourdes wird dies für uns ein Tag sein, an dem wir die Nähe Gottes spüren.«

Strahlender Sonnenschein und angenehme 20 Grad empfängt die Wallfahrer, die überwiegend mit Bussen aus dem gesamten Erzbistum angereist sind. Menschen wie Maria Schindler aus Altenbeken. „Ich bin sonst jedes Jahr in Werl und war bereits fünfmal in Lourdes. Daraus schöpfe ich Kraft für mein Leben“, so die Pilgerin. Manchmal kann der Glaube Berge versetzen. Und er bringt Menschen zusammen: „Mein Mann hat bei einer Soldatenwallfahrt in Lourdes eine Kerze angezündet“, berichtet Christel Hackenberg aus Hagen. „Kurz darauf haben wir uns über eine Kontaktanzeige in der Zeitung kennengelernt. Wir glauben an die Hilfe der Gottesmutter.“ Gemeinsam waren sie schon häufiger in Lourdes.

Auch für Pilgerin Maria Weritz aus Etteln ist die Ankunft der Reliquien ein Highlight. Denn seit 20 Jahren nimmt die 78-jährige an den Malteser Wallfahrten teil. Aufgrund ihrer Parkinsonerkrankung ist sie auf den Rollstuhl angewiesen. „So nah wie hier im Dom war ich dem Schrein aber noch nie. Ich habe in der Messe direkt davorgesessen“, berichtet sie. Bei ihrer ersten Lourdesfahrt hatte sie sich noch selbst um hilfebedürftige Menschen gekümmert. Jetzt ist sie froh, dass andere ihr helfen. „Nach der Wallfahrt fühle ich mich immer wie neu geboren und frei von Alltagssorgen. Und auch gesundheitlich geht es mir dann jedes Mal besser.“ Dass Menschen wie Maria Weritz an der Wallfahrt nach Paderborn teilnehmen können, dafür sorgen u.a. viele Helfer des Lourdes Krankendienstes des Malteser Ordens und des Lourdes Pilgerdienstes des Malteser Hilfsdienstes.

Das große Pontifikalamt mit Weihbischof Berenbrinker feiern neben den Teilnehmern der Malteser Wallfahrt weitere 300 Gläubige mit. Zum gemeinsamen Mittagessen geht es anschließend mit Pendelbussen zum Schützenhof, wo Malteser Diözesanleiter Wolfgang Penning und Diözesanseelsorger Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg die Pilger begrüßen. Eine anschließende Prozession, begleitet von den Musikern des neuen Malteser Orchesters aus Bielefeld, führt die Pilger singend und betend quer durch die Stadt zurück zum Dom. Dort feiern sie eine Abschlussandacht, wo der Reliquienschrein zum vorerst letzten Mal im Mittelpunkt steht.

Draußen wartet schon Fahrer Thomas Ohm, Leiter des Lourdes Pilgerdienstes der Malteser im Erzbistum Paderborn, der den wieder sicher verpackten Schrein mit einem Transportfahrtzeug zur nächsten Station bringt. Begleitet von einer Staffel von fünf Motorrädern geht es weiter nach Werl. Mit nach Hause nehmen die Pilger zum Abschied eine Kerze und eine Rose, die ihnen von der Malteser Jugend überreicht werden. Für viele Wallfahrer ist es indes nur ein Abschied auf Zeit. Denn schon im April 2019 werden sie der Heiligen wieder ganz nah sein: Bei der 39. Malteser Wallfahrt der Generationen nach Lourdes (11.-17. April 2019).

Am gesamten Wallfahrtstag wacht ein 24-köpfiges Sanitätsteam um Christian Weidlich aus Paderborn über die Pilgerinnen und Pilger. „Wir hatten heute insgesamt sieben Hilfsleistungen, unter anderem kleine Schwächeanfälle aufgrund des Weihrauchs und der warmen Temperaturen. Ein Pilger hat sich den Fuß gebrochen und wurde ins Krankenhaus gebracht“, bilanziert Weidlich. Zum Sanitätsteam gehören Helferinnen und Helfer aus Paderborn, Steinheim, Fröndenberg und der Leitung Einsatzdienste der Diözese.

Die Malteser begleiten mehrmals im Jahr Wallfahrten für erkrankte Menschen nach Lourdes. Diese ergänzen zahllose deutschsprachige Ehrenamtliche, die jährlich in Lourdes die Wallfahrer empfangen und dem Verein der „Deutschen Hospitalité Notre Dame de Lourdes“ angehören. Die Deutsche Hospitalité feiert im Jahr 2018 ihr 25-jähriges Bestehen und nimmt dies zum Anlass, zusammen mit der Wallfahrtstätte in Lourdes, die Reliquienausstellung in Deutschland zu organisieren. Am 24. November geht die Tour der Reliquien in Trier zu Ende. Der Malteser Hilfsdienst im Erzbistum Paderborn hatte seinen bistumsweiten Wallfahrtstag anlässlich des Aufenthaltes der Reliquien einmalig von Werl nach Paderborn verlegt.

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